Hilfe, ich werde (v)erkannt!

Sichtbarkeit als Heilpraktiker Psychotherapie

Inhalt

5 Tipps, wie Du die Angst vor der eigenen Sichtbarkeit erkennen und auflösen kannst

Gut ausgebildet, motiviert und mit großen Ambitionen: Na, erkennst Du Dich wieder? Wenn da nur diese kleinen aber „fiesen Stolperfallen“ nicht wären… In diesem Artikel möchte ich Dir 5 Tipps an die Hand geben, wie Du die „gröbsten Fehler“ vermeiden kannst und auch mögliche Scheiterstrategien auf dem Weg in die Selbstständigkeit elegant umschiffst.

1. Ich könnte alles machen, wenn ich nur wüsste, was…

Ein Klassiker unter den Stolpersteinen und eine Frage, die überhaupt gar nicht einfach zu beantworten ist: Was biete ich eigentlich an? Lege ich mich auf die Behandlung von Menschen mit Depressionen fest, dann „vergraule“ ich ja alle anderen, wie doof wäre das denn? Diese „Denke“ veranlasst nicht wenige Therapeutinnen und Therapeuten, einen ganzen Bauchladen voller Behandlungsmöglichkeiten aufzumachen. Sind es Leistungsprobleme, Ärger mit dem Partner, fühlen Sie sich manchmal ausgelaugt und angespannt? Kein Problem: Ich helfe Ihnen! Oder sind es vielleicht doch alte Themen von früher, Existenzängste oder plagen innere oder äußere Konflikte: Immer her damit, auch Sie werden geholfen! ????.

Bauchladen oder Expert*in?

Was hier sicherlich als eine (fast) maßlose Übertreibung anmutet, ist nicht selten „Alltag“ auf Seiten von Beratern, Coaches oder Heilpraktikern: Am besten sollen alle angesprochen werden! Meine Frage ist: Wie glaubwürdig wirkt solch eine Außendarstellung? Kann oder will jemand für alles kompetent sein? Ist meine Dienstleistung denn nicht auch einfach austauschbar und ich und meine Leistung Eine unter Vielen (von Mitbewerber*innen)?

“Abgelutscht”, aber trotzdem wichtig: Positionierung

Das Stichwort Positionierung klingt abgedroschen, unspannend und löst allein beim Hören oder Lesen schon „Lähmungserscheinungen“ aus. Dabei ist das Fokussieren auf wenige, ausgewählte Bereiche überhaupt gar nicht leicht und in der Regel auch ein Prozess, der nicht von heute auf morgen vonstatten geht. Stattdessen ist es echte Arbeit, zu schauen, mit wem und welchen Problemen und Herausforderungen möchte ich eigentlich arbeiten. Was macht mir Spaß, auf welche Themen habe ich wirklich Bock und bringe auch eine Affinität mit? Bei der Aufstellung der eigenen Dienstleistung kann es auch wichtig sein, wer braucht eigentlich das, was ich anbiete, gibt es einen reellen Markt und auch Kund*innen, welche die Problemlösung brauchen die ich anbiete?

Mein Tipp: Lass Dir (konstruktives!!!) Feedback geben von Menschen, auf deren Meinung Du Wert legst.

2. Meine neuen Ziele in die „Welt schreien“

„Hey Sabine: Ich werde bin jetzt psychologische Beraterin!“ „Häääh, ich dachte Du bist beim Finanzamt, wie kommst Du denn jetzt darauf, machst Du jetzt einen auf Psycho??“ So oder so ähnlich könnte sich ein Dialog zwischen „Freundinnen“ abgespielt haben und vielleicht hast Du Dich ein bisschen wiedererkannt. Voller Stolz möchtest Du möglichst allen mitteilen, dass du jetzt (bald) mit eigener Praxis unterwegs bist und verweist stolz auf Deine neue Internetseite. Dabei bist Du vielleicht selbst völlig verwirrt, dass nicht alle das ebenso toll und genial finden wie Du, nachdem Du es auf allen Dir verfügbaren Social Media Kanälen und whatsApp geteilt hast. Schließlich hast Du eine Menge investiert in das, was Du jetzt (oder bald) bist! Da ist doch das Mindeste, dass das auch mal gesehen und honoriert wird, oder?

“Freund” oder “Feind”?

Leider finden nicht alle Deiner Bekannten und Freunde Deine neuen Wege so umwerfend gut wie Du, das mag viele Gründe haben. Möglicherweise würden einige selbst eine (berufliche) Veränderung herbeiführen, haben aber nicht den „Mumm“ dazu. Oder hinter möglicherweise „abwertenden Kommentaren“ steckt die eigene, lähmende Bequemlichkeit überhaupt weiter nachzufragen, was Du überhaupt vorhast, was Dich antreibt und was Deine persönliche Vision von Neuem und Lebendigkeit ist.

Mein Tipp: Überleg Dir, wer auf Deinem neuen Weg für Dich hilfreich (im Sinne von unterstützend) ist und nimm die Menschen mit in Dein „neues Leben“, die selbst im Vorwärtsgang unterwegs sind.

3. Anfangen!

Warten auf bessere Zeiten, eine bessere Gelegenheit oder bessere Umstände: All dies sind „Nachrichten aus dem Jammertal“ und wahre „Erfolgsverhinderer“.  Nur allzu gerne geben wir uns der Illusion hin, es kämen bessere Zeiten oder jemand, der uns eine Tür öffnet durch die wir dann nur noch hindurchgehen müssten. Quasi der Erfolg auf dem „Silbertablett“, ganz ohne Risiko und Einsatz. Dies ist so wahrscheinlich wie ein 6er im Lotto. Oft ist der 1. Schritt der schwerste. Wenn dieser aber getan ist, reicht der Mut um den 2. zu tun, danach den 3. Schritt usw.

Mein ganz persönlicher Tipp: Nicht “zerdenken”, sondern tun! Wer auf dem Weg ist, dem begegnen neue Menschen, Möglichkeiten und Chancen. Und nicht selten öffnen sich hierbei Türen, von denen Du gar nicht wusstest, dass es sie gibt.

4. Dein neues Selbstbild

Du hast Deine Website fein säuberlich ausgearbeitet, Deine Texte gestaltet, die Fotos bearbeiten lassen und vor allem Deine Weiterbildungschronik sehr sorgfältig aufgelistet. Beim Betrachten Deiner Internetseite bist Du nicht ohne Stolz. Mit anderen Worten: Du findest Dich einfach selbst „richtig geil“ und bist ganz sicher, dass das andere auch so sehen (müssen), es kann überhaupt gar nicht anders sein! Irgendwie kommen Dir aber auch Zweifel: Kannst oder willst Du das wirklich? Bist Du das? Wie gehst Du möglicherweise mit Kritik oder Missbilligung von anderen um? Vielleicht von solchen, denen du nahestehst oder (von denen du glaubst, dass sie) dir nahestehen? Fragen über Fragen…

Mein Tipp: Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden. Du darfst in Deine neue Aufgabe und Dein neues Selbstbild Dich hineinentwickeln, Schritte gehen und auch schauen, wer sie mit Dir gehen möchte (und wer nicht).

5. Kleine Brötchen backen

Möglicherweise hast Du große Ambitionen und malst Dir in allen schillernden Farben aus, wie Du andere Menschen bei der Lösung ihrer Probleme unterstützt. Du bist ein*e gefragte*r Therapeut*in und Menschen kommen aufgrund einer Empfehlung in Deine Praxis, das kannst Du ganz deutlich vor Deinem geistigen Auge sehen. Bis es soweit ist, sind vielleicht noch andere Dinge zu Tun, um die Du Dich kümmern möchtest oder solltest: Deine Familie, Dein Lebenspartner oder Lebenspartnerin, Deine Freunde, Dinge bei denen Du ganz unbeschwert sein kannst und das Leben spielerisch(er) betrachten kannst.

Erklommen um zu bleiben?

Vielleicht betrachtest Du Deine Arbeit als Therapeut oder Therapeutin als (D)eine neue Lebensaufgabe, in Du viel investiert hast und weiter investieren möchtest: Das ist super und zeigt, dass Du es wirklich ernst meinst. Aber hey, vergiss nicht: Leben sollte Spaß machen. Du kannst viel gewinnen, wenn Du innerlich offen und flexibel bleibst, welche spannenden Möglichkeiten sich auf Deinem Weg ergeben. Ich glaube dazu gehört auch, sich nicht (immer) allzu wichtig zu nehmen. In diesem Sinne: Be wild, but don´t hurt yourself.

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